Luzern – Reutlingen

Meine bessere Hälfte kommt aus Eisenach in Deutschland. Da es nur ein paar hundert Kilometer dahin sind, bin ich mit dem Velo hochgefahren.

Als der Wecker klingelte, war ich eigentlich noch gar nicht richtig eingeschlafen. Das war kriminell früh. Also die Sachen packen, die Futterlucke noch füllen und ab aufs Rad. Um 05:07 gings in Luzern los. Die Velolichter hatte ich noch bitternötig, den es war stockdunkel. Im schönen Morgenverkehr kämpfte ich mich via Sins und Bremgarten ins tiefste Aargau. Einige Autofahrer schienen am Montag morgen so früh mit Radfahrern ziemlich überfordert zu sein. Es wurde eng überholt und gehupt, als hätten sie die Hupe am Wochenende zum Geburtstag geschenkt bekommen. Zum Glück waren es nur vereinzelte, doch es machte den Anfang der Tour schon ziemlich mühsam. Die Strasse war teilweise noch nass. So musste ich aufpassen, damit ich mit meinen dünnen Rädern nicht wegrutsche.

Früh morgens
Irgendwo im Aargau
Zügig unterwegs zur Grenze

 

Nach diesen ersten eher anstrengenden 80 Kilometern war ich froh, als ich in Walshut über die Grenze konnte. Und siehe da: schon richtig schön verfahren. Irgendwie habe ich den Abzweiger verpasst. Als Retourweg wählte ich einen wunderschönen Anstieg von knapp 150 Höhenmetern aus. Ist auch eine Variante. Es wäre ja nicht so, dass noch knapp 130 Kilometer vor mir liegen… Als ich dann wieder auf der richtigen Route war, gab es in Tiengen nach knapp 3,5 Stunden im Sattel ein anständiges Frühstück.

Kurz nach der Abfahrt kam dies, was ich so in der Schweiz vermisse: Geile Velowege. Ich wusste, dass die nächsten rund 40 Kilometer rund 500 Meter in die Höhe gingen. Daher liess ich es locker angehen.

Fahrradwege in Deutschland
Fahrradwege in Deutschland

Ich folgte der Wutach (so heisst der Bach/Fluss, der dort langführt) und der Schweizerischen/Deutschen Grenze nach Stühlingen und Fützen (hihi).

Lustige Ortsnamen in Deutschland: Fützen
Lustige Ortsnamen in Deutschland: Fützen

Nach Fützen (hihi) war der Spass dann auch wirklich vorbei. Es folgte eine wahre Wand an Strasse mit 15% Neigung. Diese fühlte sich mit 120 Kilometern in den Beinen nicht mehr so ganz flauschig an und ich hatte wirklich was zu beissen.

Und hoch gehts
Und hoch gehts

Zum Veranschaulichen, wie knackig dieser Anstieg (mit Rucksack) war, gibts hier die Höhenkarte. Man beachte die Kurve zwischen 120 und 140

Höhenkurve: Luzern - Reutlingen
Höhenkurve: Luzern – Reutlingen

Als ich oben war, wusste ich, dass es von nun an ziemlich easy wird. So führte der Weg grösstenteils nur noch bergab – zwar lang, aber bergab. Und das war mir auch recht so. Abgesehen von einer 356 km Tages-Tour im März habe ich dieses Jahr noch kein wirkliches Ausdauertraining gemacht. Und dies teilten meine Beine mir auch so mit. Also liess ich es locker angehen und fuhr gemütlich weiter.

DCIM101GOPRO

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Mein Weg führte weiter nach Balingen. Da schlug mein Metal-Herz gleich ein wenig schneller. Ebenso mein Puls. Inzwischen waren 200 Kilometer in den Beinen und das Ziel war noch nicht in Sicht. Doch was in Sichtweite kam, zauberte mir ein riesiges Lächeln ins Gesicht. Auf dem einzigen Berg (für Walliser und Bündner “Hügel”) erblickte eine Burg, die majestätisch über die Weiten Baden-Württembergs blickten.

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Über viele Kilometer sah ich die Burg und je näher ich kam, desto schöner erstrahlte sie in vollem Glanze. Was ich erblickte, war die Burg Hohenzollern. Dies hielt mich wunderbar bei Laune und lenkte mich von den inzwischen sehr müden Beinen ab.

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Die letzten Kilometer verliefen wunderbar. Ich freute mich darauf, in Reutlingen einige bekannte Gesichter wiederzusehen. Und zu meiner Freude überraschte mich ein Kollege mit einem köstlichen Essen und einem wunderbaren Hotel-Zimmer. Danke nochmals.

Höhenkurve

Bildcredits: http://hintergrundbilder.wallpaperstock.net/ sowie http://www.adfc.de/12786_1

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