Reutlingen – Würzburg

Das letzte mal, als ich in Würzburg war, verursachte ich einen Autounfall. Daher habe ich vorgesorgt und bin halt mit dem Rad hingefahren.

Wecker klingelt und schreit: GUTEN MORGEN! Ich bin es mir nicht mehr gewohnt 200km+ zu fahren und am nächsten Tag gleich wieder aufs Rad zu sitzen. Shizzle, aber egal. Das Wetter ist wunderbar, die Temperaturen herrlich und die Strecke durchgeplant. Es kann ja nur gut kommen. Nach einem sehr coolen Trip mit einem Bekannten durch die Altstadt von Reutlingen mit Frühstücks- und Agentursstopp ging die Reise Richtung Nord-Westen.

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Nach knapp 2 Stunden war ich irgendwo in einem Wald. Der Weg wurde schlechter und schlechter und ebenso der Natel-Empfang. Und irgenwo auf der Schwäbischen Alp war dann fertig: Simon alleine im Wald. Schöne Scheisse. Zu meinem Glück war ein älteres Radfahrer-Paar in Sichtweite. So schloss ich auf und fragte sie nach dem Weg. Der ältere Herr öffnete seine Seitentasche und es kamen sämtliche Wander- und Radkarten für halb Deutschland in gefühlter Auflösung 1:10 zum Vorschein. So konnte er mir den Weg weisen und nach etwa 7 Kilometern hatte ich wieder bickelharten Asphalt unter den Rädern. Und das war auch gut so.

In Schwäbisch Gmünd ass ich dann auf dem wunderschönen Dorfplatz etwas zu Mittag. Nach dieser Stärkung ging es weiter Richtung Norden. Der Weg wurde steil. Und zwar gegen oben sowie gegen unten. Es folgten rund 10 Anstiege mit mehr als 10% Neigung. Die eine hatte bickelharte 21% drin. Und ist man dann mal hochgekämpft, freut man sich auf die Abfahrt. Meistens war es genau so, dass unten bei der Abfahrt ein Stoppschild stand. Ausrollen wäre ja Luxus.

Irgendwo bei Vellberg war eine schöne Abfahrt. Auf meinem Tacho standen rund 70 km/h. Und plötzlich hatte ich einen stechenden Schmerz in einem Oberschenkel. HEILIGE MARIA MUTTER GOTTES, TUT DAS WEH! Ich erwischte eine Biene und die zerplatzte regelrecht an meinem Bein. Das ganze Gift übersähte meinen rechten Oberschenkel und es brannte wie Sau. Keinen einzigen Tritt konnte ich mehr machen. Jede noch so kleinste Belastung fühlte sich extrem schmerzhaft an. So liess ich es ausrollen und hoffte auf eine Besserung. Leider sah man am Bein nichts, aber es fühlte sich richtig heiss an.

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Gezwungenermassen fuhr ich einiges gemütlicher weiter und versuchte den Oberschenkel so gut wie möglich zu entlasten. Der Schmerz liess nach etwa 20 Minuten ein wenig nach, aber wirklich gut fühlte sich das Bein immer noch nicht an. Aber auf der Tour gibt es kein zurück, also fuhr ich einfach immer weiter.

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Und dann gings nicht mehr. Absteigen. Halt. Ende. Ich suchte eine Apotheke und liess mir ein Kühlbeutel sowie Kühlsalbe geben. So strich ich die Salbe drauf und der Schmerz liess ein wenig nach und so konnte ich die Strecke wie geplant fortsetzen. Das Gelände wurde flacher aber nicht eben. Es folgten lange wellenartige Strassen, die sich über mehrere Kilometer in die Höhe und dann wieder in die Tiefe neigten.

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Inzwischen waren rund 450 km innerhalb von 72 Stunden in den Beinen. Die Beine wurden müde. Die Sonne näherte sich dem Horizont. Da es nicht mehr so weit war, drückte ich noch kurz auf die Tube, um die Fahrradlichter nicht auspacken zu müssen. Kurz vor 20:00 traf ich dann in Würzburg ein.

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